Triathlon im Trog 2026

von Grammi

Wettertest bestanden – mit Wind, Regen und starken Leistungen

Pünktlich zur Siegerehrung brach alles zusammen

Der 2. Tri im Trog am Wasserstraßenkreuz

bei Magdeburg fühlte sich für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer fast wie eine Fortsetzung aus dem Vorjahr an – nur dass das Wetter offenbar noch eine Schippe drauflegen wollte. Zum kühlen Wetter und starkem, böigem Wind gesellten sich kräftige Regengüsse und stellten Athletinnen, Athleten, Helfer und Streckenposten auf eine harte Probe.

Bei rund 16 Grad Lufttemperatur 

war schnell klar: Das wird kein gemütlicher Sommertag im Neoprenanzug, sondern ein Supersprint mit eingebautem Charaktertest. Einige machten daher tatsächlich kurz vorm Start einen Rückzieher und gesellten sich erfreulicher Weise bei den Streckenposten mit ein, was auch wahrlich willkommen war. Besonders für die Helferinnen und Helfer sowie Streckenposten war es ein ebenso anspruchsvoller Einsatz. Während die Sportlerinnen und Sportler bei Kälte immerhin schneller laufen, radeln oder schwimmen konnten, hieß es für die Freiwilligen: stehen bleiben, sichern, anfeuern, aufmerksam sein – und dem Wetter trotzen. Dafür ein riesengroßes Dankeschön!
Unser Tri im Trog als sogenannter 
Ein- und Ausstieg lief perfekt über Jans neue Leitern

Dreifach-Supersprint

mit 300 Meter Schwimmen, 9 Kilometer Radfahren und 2 Kilometer Laufen – und das Ganze dreimal hintereinander ohne Pause brachte wieder viel Spaß und viele glückliche Gesichter.

Gegen 12 Uhr gab das Wasserstraßenamt den Mittellandkanal und damit die Schwimmstrecke frei. Dann konnte die Hatz beginnen – zumindest ganz vorn im Feld. Dort setzten sich zunächst Leonard Fritze von Trimago, Nina Woitag von TriJUnion und Lorenz Heinemann vom SV Halle einige Sekunden von Sören Weniger vom USC und Yasmin Ulbrich vom SV Halle ab.
 

Schon früh entwickelte sich an der Spitze ein packendes Rennen.

Leonard Fritze wechselte nur sechs Sekunden schneller als Lorenz Heinemann aufs Rad – gerade genug, um zu verhindern, dass Heinemann sofort in den Windschatten kam. Der brauchte anschließend nahezu die komplette 9-Kilometer-Radstrecke, um wieder aufzuschließen. Wieder wechselte Fritze blitzschnell und ging mit Vorsprung auf die Laufstrecke.
Auch auf der Laufstrecke über die Trogbrücke und zurück war das Wetter ein echter Gegenspieler: ein Kilometer Gegenwind - da musste richtig gekämpft werden, ein Kilometer Rückenwind - nur Fliegen ist schöner.
Die Entscheidung im Männerrennen zwischen Leo und Lorenz fiel schließlich beim dritten Radfahren am Schleusenanstieg. Dieser Abschnitt ist mit rund 500 Metern Länge und etwa 25 Höhenmetern bei Gegenwind ein echtes Highlight – wobei diese Umschreibung durchaus als Synonym für „richtig fies“ verstanden werden darf. Dort setzte Lorenz Heinemann die entscheidende Attacke.
Nach dem Rennen sagte der glückliche Sieger: „Ich habe mir da echt gesagt, wenn der {Leo} dann noch hinter mir ist, hat er einfach verdient gewonnen. Zum Glück war er dann da nicht und ich hatte genug Lücke, um es beim Laufen nicht anbrennen zu lassen. Davor hatte ich mich wirklich schon fünfmal aufgegeben.“

Hinter dem Führungsduo

entwickelte sich einer der beeindruckendsten Zweikämpfe des Tages. Yasmin Ulbrich und Sören Weniger fanden zusammen und pushten sich gegenseitig durch das Rennen. Sören, selbst ein starker Radfahrer, war auf der Strecke anzusehen, dass er selten von einer Frau auf dem Rad so gefordert wurde wie von Yasmin.
Yasmin selbst beschrieb das Schwimmen in der Trogbrücke trotz welliger Bedingungen und überraschend angenehmer 19 Grad Wassertemperatur als echtes Happening. Sie freute sich, direkt den Anschluss an die Spitze halten zu können, legte anschließend alles rein, um Sören bis zur Wende einzuholen, und genoss das freundschaftliche Battle, bei dem sich beide gegenseitig an ihre Grenzen brachten - sehr cool zu beobachten.
Nach dem letzten Wechsel zeigte Yasmin dann ihr ganzes Können. Sie zog davon, sicherte sich souverän den Damensieg und landete zugleich auf einem überragenden dritten Platz in der Gesamtwertung – vor Sören Weniger, dem drittplatzierten Mann. Ein echtes Ausrufezeichen und definitiv einer der sportlichen Höhepunkte des Tages.
Auch mit ihrer Radleistung war Yasmin sehr zufrieden. Trotz Wind und Kälte fühlte sich ihre Performance stark an. Ihr Fazit passte perfekt zu diesem besonderen Wettkampf: Das Wetter schenkte niemandem etwas, aber das Format machte trotzdem wahnsinnig viel Spaß. Bei den Frauen folgte Nina Woitag auf Platz zwei.
Sie absolvierte nahezu das gesamte Rennen allein – was bei diesen Bedingungen nun wirklich kein Geschenk war. Dritte wurde Marisa Pfeifer-Gramm vom Riemer-MTC, die als Gesamtneunte ebenfalls ein starkes Rennen zeigte.
Ein besonderer Applaus gilt auch Uwe Dietzmeyer aus Farsleben. Der mittlerweile fast 81-Jährige, in Fachkreisen ehrfürchtig „der Altmeister“ genannt, war erneut dabei und verbesserte seine Zeit aus dem Vorjahr um starke sieben Minuten. Damit bildete er nur knapp das Schlusslicht – und bewies einmal mehr, dass man für Triathlon nicht zu alt ist.
Am Ende bleibt ein Wettkampf, der nass, kalt, windig, anstrengend und stellenweise ziemlich ungemütlich war – aber eben auch fair, spannend, herzlich und voller starker Leistungen.

Unser Fazit:

Der 2. Tri im Trog hatte alles, was ein besonderer Wettkampf braucht: eine spektakuläre Kulisse am Wasserstraßenkreuz, ein außergewöhnliches Format, starke Athletinnen und Athleten, engagierte Helferinnen und Helfer – und ein Wetter, das offenbar unbedingt selbst Teil des Rennberichts werden wollte.

Vielen Dank an alle Starterinnen und Starter, an alle Helferinnen und Helfer, Streckenposten, Unterstützer und Zuschauer. Ihr habt diesen Tag möglich gemacht und gezeigt: Wenn die Stimmung stimmt, kann auch ein Regentag am Trog richtig groß werden. Ein extra Dank auch an unseren Sprecher Denis und Ralf mit der Musikanlage, die ebenfalls dem Wetter getrotzt haben.

 

Hier kommen die Bilder von beiden Wettkämpfen von Robin Baecke. Da ja beide Rennen zeitversetzt aber gleichzeitig liefen, kann man die nicht trennen. Also muss man sich ein wenig durchklicken, bis man zum Jugenrennen kommt.

Hier die Bilder von Robin Baecke

 

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